Krankenhäuser legen Vorschläge für eine Verbesserung der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung vor – KGS

Krankenhäuser legen Vorschläge für eine Verbesserung der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung vor

Krankenhäuser legen Vorschläge für eine Verbesserung der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung vor

Der Bedarf für professionelle Hilfe und Unterstützung für psychisch erkrankte Menschen wächst kontinuierlich. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat daher ein Positionspapier mit politischen Forderungen zur Sicherung und Verbesserung der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung durch die Krankenhäuser vorgelegt. Sechs Kernpunkte stehen dabei im Mittelpunkt: Die DKG fordert, die sektorenübergreifenden Versorgungsstrukturen so zu reformieren, dass Krankenhäuser stärker für ambulante Behandlungen geöffnet werden. So ließen sich die Situation für die Patientinnen und Patienten spürbar verbessern und zugleich die etablierten Strukturen und die fachliche Erfahrung der Krankenhäuser sinnvoll nutzen. Zur Behebung des Fachkräftemangels und zur Versorgungssicherung fordert die DKG, restriktive Personalvorgaben zu flexibilisieren und die Personalkosten der Beschäftigten vollständig zu refinanzieren. Um die Versorgung in regionalen Netzwerken weiterzuentwickeln, schlägt die DKG vor, die Finanzierung psychiatrischer und psychosomatischer Leistungen zu reformieren. Wie auch im gesamten Gesundheitssystem schränkt überbordende Bürokratie die Versorgung in Psychiatrie und Psychosomatik spürbar ein. Überflüssige Dokumentations- und Nachweispflichten müssen konsequent abgebaut werden, um Fachkräfte zu entlasten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrer eigentlichen Arbeit mit den Patientinnen und Patienten zu beschäftigen. Zu mehr Effizienz und Entlastung kann auch Digitalisierung führen. Die DKG schlägt u.a. vor, stärker auf Telemedizin zu setzen, wofür natürlich eine verlässliche IT-Infrastruktur notwendig ist. Besonders im Mittelpunkt steht die Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Die DKG sieht diese sogar als zunehmend gefährdet an. Vor allem in diesem Bereich müssen neue Versorgungsmodelle mit mehr ambulanten und digitalen Behandlungen entstehen. Vor allem muss aber der Fachkräftemangel mit mehr Ausbildungs- und Studienkapazitäten konsequent bekämpft werden.

„Der Bedarf nach psychiatrischer und psychosomatischer Behandlung ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Patientinnen und Patienten müssen zahlreiche Herausforderungen in unsicheren Zeiten bewältigen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind immer noch stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Schon heute ist dieser Versorgungszweig vom Fachkräftemangel und damit von Engpässen bei den Behandlungsplätzen betroffen. Was die vor allem jungen Hilfesuchenden benötigen, sind neue Versorgungsformen, mehr ambulante Behandlungen, mehr digitale Angebote und vor allem mehr Fachkräfte in den Kliniken. Letzteres erreichen wir nicht nur durch mehr Ausbildungskapazitäten, sondern auch durch konsequente Entbürokratisierung, die dafür sorgt, dass wieder deutlich mehr Zeit in die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten als in Formulare und Prüfungen fließen kann“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß.

Das Positionspapier finden Sie auf der DKG-Website www.dkgev.de.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.

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