24. März ist Welttuberkulosetag: Erneut weniger Fälle in Sachsen

24. März ist Welttuberkulosetag: Erneut weniger Fälle in Sachsen

Am 24. März 1882 erklärte Dr. Robert Koch, er habe den Erreger der Tuberkulose entdeckt. Im Jahr 1905 wurde ihm für seine Entdeckung der Nobel-Preis verliehen. Noch heute nimmt die Tuberkulose weltweit einen Stellenwert ein, der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst, jährlich den 24. März als Welttuberkulosetag zu begehen.

Im Freistaat Sachsen wurden im vergangenen Jahr 102 Erkrankungen an behandlungsbedürftiger Lungentuberkulose (TBC) gemeldet.
Dies entspricht 2,5 Erkrankungen an Lungentuberkulose pro 100.000 Einwohner. Damit rangiert Sachsen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 5,8 (Stand: 2019). Die Zahl der Erkrankungen im Freistaat Sachsen im Jahr 2020 liegt weiterhin auch unter der des Vorjahres mit 111 gemeldeten Fällen. Die Zahl der Neuerkrankungen bewegt sich in Sachsen in etwa auf dem Niveau von vor 10 Jahren. Deutschlandweit ist ein deutlicher Rückgang der Zahl der Erkrankungen an Tuberkulose zu verzeichnen. Zum Stichtag 1. März 2021 wurden dem Robert Koch-Institut 4.127 Erkrankungen gemeldet. Im Vorjahr waren es noch 4.812 Erkrankungen. Dies sind rund 14 Prozent weniger.

»Wir müssen Tuberkulose noch immer sehr ernst nehmen. Diese Infektionskrankheit kommt auch in den hochentwickelten Ländern vor. Um die Ausbreitung von TBC wirksam einzudämmen, müssen alle Stellen entschlossen und gemeinsam vorgehen«, erklärt die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Das sächsische Gesundheitsministerium unterstützt deshalb die Tätigkeit einer Arbeitsgruppe von Tuberkuloseärzten. Diese übernimmt die Fortbildung der Mitarbeiter der Tuberkulose-Beratung in den Gesundheitsämtern und erarbeitet Empfehlungen für Maßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes bei der Verhütung und Bekämpfung der Tuberkulose. Damit werden die Konsequenzen aus der Erkenntnis gezogen, dass diese Erkrankung kontrolliert werden muss, um die Situation beherrschen zu können. Diese verantwortungsvollen und aufwendigen Leistungen erbringen die sächsischen Gesundheitsämter in enger und guter Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten.

Tuberkulose ist eine von einem Bakterium hervorgerufene Infektionskrankheit und findet sich überall auf der Welt. Sie wird mittels Tröpfchen über die ausgeatmete Luft, die insbesondere beim Husten und Niesen von erkrankten Personen freigesetzt wird, übertragen. Wenn ein TBC-Fall festgestellt wurde, muss schnell und sorgfältig ermittelt werden, wo die Ansteckung erfolgte und ob auch weitere Personen infiziert worden sein könnten. Diese Kontaktpersonen müssen dann über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Für Erkrankte ist die regelmäßige Einnahme hochwirksamer Medikamente wichtig. Besondere Probleme bereiten international die Erkrankungen an Tuberkulose, die durch resistente Erreger verursacht werden, gegen die mehrere der bewährtesten und erfolgreichsten Medikamente nicht mehr wirksam sind. In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren der Anteil multiresistenter Tuberkulosen weitgehend stabilisiert und beträgt rund 3%, in Sachsen 1%.

Wertvolle und sehr gut aufbereitete Informationen zur Tuberkulose für Patienten und Ärzte auch in mehreren Sprachen werden durch das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose bereitgestellt (http://www.dzk-tuberkulose.de/patienten/).

Lungentuberkuloseerkrankungen im Freistaat Sachsen seit 2003

Jahr / Gemeldete Fälle / Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
2003 / 265 / 6,0
2004 / 212 / 4,9
2005/ 168 / 3,9
2006 / 165 / 3,8
2007 / 154 / 3,6
2008 / 138 / 3,2
2009 / 164 / 3,9
2010 / 122 / 2,9
2011 / 108 / 2,6
2012 / 96 / 2,3
2013 / 103 / 2,5
2014 / 107 / 2,6
2015 / 174 / 4,3
2016 / 159 / 3,9
2017 / 161 / 3,9
2018 / 129 / 3,2
2019 / 111 / 2,7
2020 / 102 / 2,5

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Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

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